<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>durumi.de</title>
	<atom:link href="http://www.durumi.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.durumi.de</link>
	<description>Deutschland. Korea. Ich. Meine persönliche Sichtweise.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 19 May 2011 11:48:52 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Auf Du und Du</title>
		<link>http://www.durumi.de/2011/05/19/auf-du-und-du/</link>
		<comments>http://www.durumi.de/2011/05/19/auf-du-und-du/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 11:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Sanghoon (durumi.de)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Durumi]]></category>
		<category><![CDATA[Duzen]]></category>
		<category><![CDATA[Ilsae]]></category>
		<category><![CDATA[Isae]]></category>
		<category><![CDATA[Maigedenkfeier]]></category>
		<category><![CDATA[Siezen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.durumi.de/?p=51</guid>
		<description><![CDATA[Das Duzen und Siezen auf koreanischen Veranstaltungen zwischen 1. und 2. Generationen kann dazu führen, dass eine gesellschaftliche bestärkt wird, die aber kontraproduktiv für die Veranstaltung sein kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Freundin von mir bemerkte letztes Jahr auf der Maigedenkfeier: Es sei doch irgendwie komisch, dass wir, die 2. Generation uns in Gegenwart der 1. Generation immer noch als Jugendliche bezeichnen und die 1. Generation als Erwachsene. Vor allem, da wir ja selbst schon Ende 30, Anfang 40 und bereits mit eigenen Kinder gesegnet sind. Ich musste ihr schmunzelnd zustimmen, denn auch ich bin in Gegenwart der 1. Generation immer noch eingesch&uuml;chtert. </p>
<p><span id="more-51"></span></p>
<p>Dieses Jahr nahmen an der Maigedenkfeier neben mir nur noch zwei andere der 2. Generation teil. Da mir diese Tatsache schon vorher bewusst war, lautete der Titel meines Vortrages entsprechend &#8220;Das politische Erbe der 1. Generation an die 2. Generation&#8221;. Mir ging es haupts&auml;chlich darum, dass die politische Arbeit nicht einfach mit unseren Eltern sterben darf. </p>
<p>Auf solchen Veranstaltungen sp&uuml;re ich immer wieder, dass die 1. Generation uns 2. Generation vermisst. Daher drehten sich im Laufe des Wochenendes viele Diskussionen um die Frage, wie wir die 2. Generation wieder f&uuml;r die politische Arbeit ihrer Eltern und die Maigedenkfeier gewinnen k&ouml;nnen. Dabei sind wir nat&uuml;rlich auf die &uuml;blichen Hindernisse gesto&szlig;en: Wir, die 2. Generation, leben in Deutschland, unser Lebensmittelpunkt ist hier. Wir erleben Korea anders und sind auch nicht wirklich pers&ouml;nlich von der Teilung des Landes betroffen. Das Sprachproblem k&ouml;nnte man zwar mit guter Vorbereitung in den Griff bekommen, wie sich an diesem Wochenende gezeigt hat, aber die Themen selbst gehen meist an der Lebensrealit&auml;t der 2. Generation vorbei. Von den vielen unterschwelligen Eltern-Kind-Konflikten mal abgesehen. </p>
<p>Ein Aspekt aber ist mir erst zum Ende nach der Abschlussdiskussion bewusst geworden. Wir reden von Demokratie, wir reden von einem gemeinsamen Seminar, wir reden von gemeinsamen T&auml;tigkeiten. Aber: Wie reden wir miteinander und vor allem: Wie reden wir uns an? </p>
<p>Ich kenne viele der 1. Generation, seit ich ein Kleinkind bin. Entsprechend werde ich von diesen Vertretern der 1. Generation geduzt. Sowohl auf deutsch als auch auf koreanisch. Aber auch andere der 1. Generation, die ich bis dato nicht kannte, duzen mich meist. Denn sie wissen, ich geh&ouml;re zur 2. Generation, bin also ein Kind von jemanden der 1. Generation. Bislang habe ich mich daran insofern nicht gest&ouml;rt, als dass dieses Duzen die nat&uuml;rliche Hierarchie unter Koreanern widerspiegelt. Gerade wenn ich selbst eine &auml;ltere Person auf koreanisch anspreche, ist es normal, dass ich die entsprechende H&ouml;flichkeitsstufe w&auml;hle. Und nat&uuml;rlich auch bei meinen Eltern. </p>
<p>Aber auf Deutsch? Darf ich eigentlich die Vertreter der 1. Generation einfach so duzen, so wie sie mich duzen? </p>
<p>Beim Mittagessen am Sonntag meinte eine Frau erstaunt: Nat&uuml;rlich darfst du das, ich duze dich ja schlie&szlig;lich auch! Ich erwiderte: Nein, so selbstverst&auml;ndlich ist das nicht! </p>
<p>So einfach ist das in meinen Augen tats&auml;chlich nicht. Denn 1. denkt nicht jeder der 1. Generation so wie diese Frau (und da bin ich mir ziemlich sicher!) und 2. bin ich hinsichtlich der Anrede der 1. Generation so koreanisch erzogen worden, dass es sich einfach falsch anf&uuml;hlt, wenn ich jemanden, der mein Vater oder meine Mutter sein k&ouml;nnte, duzen soll. </p>
<p>Wenn du dich beim Duzen unwohl f&uuml;hlst, dann bleib doch einfach beim Sie! Oder? </p>
<p>So einfach ist das auch nicht, denn das einseitige Duzen und Siezen erzeugt eine Hierarchie. Dass es eine strenge gesellschaftliche Hierarchie in Korea gibt, spiegeln allein die f&uuml;nf H&ouml;flichkeitsstufen in der koreanischen Anrede wider. Je niedriger die Stufe, auf der ich mich befinde, desto h&ouml;flicher bin ich gegen&uuml;ber dem H&ouml;hergestellten. So eine Hierarchie mag dann in der Familie noch okay sein, aber auf einer Veranstaltung, die ein fachliches Thema zum Inhalt hat und zu dem die Teilnehmer alle etwas beitragen sollen, ist so eine Hierarchie unpassend, geradezu kontraproduktiv. Eine eigene Meinung gegen&uuml;ber H&ouml;hergestellten frei zu &auml;u&szlig;ern ist nicht einfach, wenn wir in der Familie gelernt haben, dass am Ende die Eltern das letzte Wort haben (&#187;Meinungs- und Deutungshoheit&#171;). Und wenn wir auf einer allgemeinen Veranstaltung dieselbe famili&auml;re Hierarchie haben und sp&uuml;ren, werden Vertreter der 2. Generation von Anfang an benachteiligt und eingesch&uuml;chtert. </p>
<p>Diese Hierarchie allein ist f&uuml;r mich, der ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, schon ein Widerspruch zu westlichen demokratischen Traditionen. Freiheit, Gleichheit und Br&uuml;derlichkeit hie&szlig; es schon zur franz&ouml;sischen Revolution. Aber als 2. Generation versp&uuml;re ich in Gegenwart der 1. Generation nicht die gleiche Freiheit, die die 1. Generation scheinbar hat, noch dass ich mit ihr gleichgestellt bin oder wir uns gar verbr&uuml;dern. </p>
<p>Eine solche gesellschaftliche und sprachliche Hierarchie f&uuml;hrt in meinen Augen dazu, dass wir auf Veranstaltungen wie der Maigedenkfeier nicht auf Augenh&ouml;he miteinander reden k&ouml;nnen. Eine solche gesellschaftliche und sprachliche Hierarchie passt auch nicht mehr zur Lebenswelt der 2. Generation. Entsprechend, bef&uuml;rchte ich, schreckt allein die Vorstellung und Erwartung einer solchen Hierarchie auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit 1. und 2. Generation die 2. Generation vom Kommen ab. </p>
<p><b>Was bedeutet das f&uuml;r die Zukunft? </b></p>
<p>Wenn die strenge Hierarchie zwischen 1. und 2. Generation ein Grund ist, an der Maigedenkfeier (und an anderen Veranstaltungen) nicht teilzunehmen, dann m&uuml;ssen wir dar&uuml;ber nachdenken, diese Hierarchie zumindest in der deutschen Sprache abzuschaffen oder zu ersetzen. </p>
<p>Abschaffen k&ouml;nnte bedeuten, dass wir uns in Zukunft alle Duzen. Oder Siezen. </p>
<p>Innerhalb der 2. Generation ist es eigentlich &uuml;blich, dass wir uns gegenseitig duzen, egal, wie gro&szlig; der Altersunterschied ist. Die meisten nutzen auch nicht mehr die Bezeichnungen f&uuml;r &auml;ltere Bruder/&auml;ltere Schwester. Und wenn doch, dann freiwillig und nicht, um mich selbst wieder klein zu machen und eine Hierarchie aufzubauen, sondern einfach, um jemanden eine Freude zu bereiten. </p>
<p>Innerhalb der 1. Generation wiederum scheinen sich gerade die Frauen ebenfalls mit dem Problem der Altershierarchie besch&auml;ftigt zu haben. Denn egal, wer &auml;lter oder j&uuml;nger ist, reden sich viele Frauen im Koreanischen untereinander mit &#8220;Onni&#8221;, also &auml;ltere Schwester an. Insofern findet eine Gleichbehandlung statt und gleichzeitig ehrt man die Angesprochene. Aber, selten finden sich unter diesen Frauen so gro&szlig;e Altersunterschiede wie zwischen der 1. und 2. Generation, so dass die paar Jahre, um die es dann geht, aus meiner Sicht auch eher zu verschmerzen sind. </p>
<p>So stelle ich mir aber eine Form vor, wie man eine vorhandene Hierarchie durch eine bestimmte, einvernehmliche Form umgehen bzw. ersetzen kann. </p>
<p>Bei den M&auml;nnern der 1. Generation dagegen habe ich das Gef&uuml;hl, dass hier noch am ehesten auf die gesellschaftliche Hierarchie geachtet wird. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass die Herren der Sch&ouml;pfung sich analog zu den Frauen alle mit &#8220;&auml;lterer Bruder&#8221; ansprechen. Hier dominieren nach meiner Beobachtung die &uuml;blichen Anredeformen, vom h&ouml;flichen Herr Lee (Lee Seonsaengnim) &uuml;ber das vertrautere &#8220;Hyeong&#8221; (&auml;lterer Bruder) oder dem angeh&auml;ngten &#126;ssi. </p>
<p>Die unterschiedlichen Anredeformen auch innerhalb der 1. Generation deuten darauf hin, dass eine sprachliche Angleichung im Deutschen zwischen 1. und 2. Generation kompliziert werden und zu unterschiedlichen Resonanzen f&uuml;hren kann. </p>
<p>Tats&auml;chlich haben mir Laufe der Zeit immer wieder Frauen der 1. Generation das Du angeboten. Dabei handelt es sich aber meist um Frauen, die mich entweder erst als Erwachsenen kennengelernt haben, oder um Frauen, die mit einem deutschen Mann verheiratet sind. Der erste Typ Frau sieht in mir nicht mehr das Kind, sondern eher den (jungen) Erwachsenen, und hat daher auch weniger Probleme, mir das Du anzubieten. Der zweite Typ hatte selbst unter dem koreanischen Patriarchat gelitten und sich dann mit dem deutschen Partner emanzipiert. Mit den neuen Freiheiten kann auch das Selbstbewusstsein und das Bewusstsein dieser Frauen f&uuml;r die Ungerechtigkeit dieser Hierarchie derart zunehmen, dass sie keine Probleme haben, sich auf einer Stufe mit J&uuml;ngeren zu stellen. </p>
<p>Koreanische M&auml;nner der 1. Generation wiederum bieten das Du generell nicht an. Sie scheinen ihren Status als &auml;lterer Mann zu genie&szlig;en, der innerhalb der Hierarchie auch eine gewisse Macht darstellt. &Auml;ltere M&auml;nner vermitteln ihren Status gerne auch sprachlich, wenn es darum geht, Sachen zu tragen, Ger&auml;te aufzustellen, Laufarbeit zu leisten. Anweisungen erfolgen gerne im Kommandoton. </p>
<p>Klar, f&uuml;r die M&auml;nner der 1. Generation ist das schlicht der nat&uuml;rliche Lauf der koreanischen Dinge. So haben sie es selbst gelernt, so haben sie es ihren Kindern gelehrt. Und weil die meisten der 1. Generation gesehen haben, wie wir 2. Generation aufgewachsen sind, bleiben wir in ihren Augen halt weiter Kinder. Aber genau diese Haltung f&uuml;hrt dazu, dass wir, die 2. Generation, uns in Gegenwart der 1. Generation selbst noch als Jugendliche bezeichnen und empfinden und die 1. Generation als Erwachsene. Und das passt nicht zu unserem Eigenbild als (junge) Erwachsene. Wenn wir dann auch noch sehen, mit welchem Respekt die 1. Generation die Studenten aus Korea behandelt, obwohl diese mittlerweile sogar j&uuml;nger sind als wir 2. Generation, tr&auml;gt das nur dazu bei, den Graben zwischen 1. und 2. Generation weiter zu vergr&ouml;&szlig;ern. </p>
<p><b>Fazit </b></p>
<p>Kann es also sein, dass nicht (nur) die Themen, nicht die Sprachprobleme, sondern und vor allem die immer noch vorhandene sprachliche Hierarchie der Grund ist, der die 2. Generation von solchen Veranstaltungen fernh&auml;lt? </p>
<p>Nur um das klarzustellen: Selbstverst&auml;ndlich existiert eine nat&uuml;rliche Hierarchie zwischen Eltern und Kindern. Daran soll man auch nicht r&uuml;tteln. Wir sollten uns aber langsam fragen, ob eine Veranstaltung wie die Maigedenkfeier eine Veranstaltung f&uuml;r Eltern und deren Kinder ist oder ob hier Menschen zusammenkommen, die gemeinsam und gleichberechtigt an einem Thema arbeiten. Im letzteren Fall m&uuml;ssen wir dringend einen Weg finden, dass 1. und 2. Generation auch sprachlich gemeinsam und gleichberechtigt zusammenarbeiten k&ouml;nnen, wenn wir den Abstand zwischen beiden Seiten verringern wollen. </p>
<p>Und wir sollten &uuml;ber die Antworten diskutieren, bevor die n&auml;chste Veranstaltung stattfindet. Wir sollten bei der n&auml;chsten Veranstaltung von Anfang an festlegen, wie wir miteinander reden wollen, wie wir uns gegenseitig anreden wollen (Mit Vornamen? Mit Titel? Mit Du? Mit Sie?) und wie wir den jeweils anderen sehen. </p>
<p>Und wenn wir beschlie&szlig;en, gleichberechtigte Gespr&auml;chspartner zu sein, dann sollte die 1. Generation uns auch so behandeln. Und wir 2. Generation m&uuml;ssen dann lernen, unsere Hemmungen abzulegen und dieses Recht auch einzufordern. </p>
<p>Ich denke, das wird f&uuml;r beide Seiten ein sehr interessanter Lernprozess. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.durumi.de/2011/05/19/auf-du-und-du/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rassistisch handeln und doch kein Rassist sein?</title>
		<link>http://www.durumi.de/2009/08/17/rassistisch-handeln-und-doch-kein-rassist-sein/</link>
		<comments>http://www.durumi.de/2009/08/17/rassistisch-handeln-und-doch-kein-rassist-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 15:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Sanghoon (durumi.de)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Kaarst]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.durumi.de/?p=32</guid>
		<description><![CDATA[Ist der Trubel um das Po-Plakat der Grünen in Kaarst gerechtfertigt? Meine Meinung dazu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kann jemand eine rassistische Handlung begehen, obwohl er kein Rassist ist? So m&uuml;sste die Frage lauten, betrachtet man r&uuml;ckblickend den Trubel um ein Wahlplakat der <a href="http://www.gruene-kaarst.de/">Gr&uuml;nen in Kaarst</a>, das den nackten Po einer schwarzen Frau im Griff von zwei wei&szlig;en Frauenh&auml;nden zeigte. </p>
<p>Ist das Rassismus und Sexismus? Wie das <a href="http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/">Feedback zum Plakat</a> zeigt,wird es als <a href="http://brotherskeepers.org/blog/2009/08/offener-brief-es-gibt-nur-einen-grund-schwarz-zu-wahlen/">rassistisch und sexistisch wahrgenommen</a>. Dass es ausgerechnet ein Plakat der Gr&uuml;nen ist, denen eigentlich keiner so etwas zugetraut h&auml;tte, macht die Betroffenen umso best&uuml;rzter. </p>
<p><span id="more-32"></span></p>
<p>In meinen Augen muss man hier mehrere Punkte unterscheiden: </p>
<ol start="1" type="1">
<li>Ob eine &Auml;u&szlig;erung rassistisch ist oder nicht, entscheiden die Betroffenen, nicht diejenigen, die die &Auml;u&szlig;erung get&auml;tigt haben. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen die Empf&auml;nger der Botschaft nicht wissen, was der Sender eigentlich gemeint hat. Sie k&ouml;nnen nur die Wirkung der Botschaft &uuml;berpr&uuml;fen. Ein Witz ist z. B. auch nur dann witzig, wenn das Publikum lacht und nicht, weil der Erz&auml;hler meint, der Witz sei witzig.  </li>
<li>Es ist dabei v&ouml;llig unerheblich, ob der Rassismus oder Sexismus beabsichtigt war oder nicht. Wenn ich eine Vase umsto&szlig;e und sie dabei zerbricht, dann ist die Vase zerbrochen, ob ich sie nun mit Absicht umgesto&szlig;en habe oder nicht. </li>
<li>Wenn jemand eine rassistische oder sexistische &Auml;u&szlig;erung get&auml;tigt hat, hei&szlig;t das nicht, dass diese Person automatisch auch ein Rassist oder Sexist sein muss. Tats&auml;chlich sind verbale Unf&auml;lle an der Tagesordnung, weil wir in der Regel nicht in der Haut des anderen stecken und daher gar nicht wissen (k&ouml;nnen), was der andere denkt oder f&uuml;hlt (haben die Gr&uuml;nen in Kaarst einmal potenziell Betroffene gefragt, was sie von dem Plakat halten?). Wenn eine Handlung oder &Auml;u&szlig;erung aber einmal als rassistisch und sexistisch beurteilt wird, ist es falsch zu versuchen, die Handlung oder &Auml;u&szlig;erung zu relativeren. Damit schiebt man die Verantwortung f&uuml;r den erlebten Rassismus und Sexismus den Betroffenen zu, so als sei das Publikum daf&uuml;r verantwortlich, wenn es einen Witz nicht versteht, und nicht der Witzeerz&auml;hler. </li>
<li>Dieser Unfall mit dem Plakat ist in meinen Augen kein spezifisch deutsches Problem. Unwissenheit, mangelndes Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen und mangelnde interkulturelle Kompetenzen sind menschliche Probleme und Defizite, die sowohl bei Deutschen und Nicht-Deutschen oder M&auml;nnern und Frauen anzutreffen sind. </li>
<li>Selbst das Bestreben, sich der Problematik zu entziehen, <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/615/484055/text/">scheint einfach nur menschlich zu sein</a>. Wie sonst k&ouml;nnte eine <a href="http://www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html">solche Aussage der Gr&uuml;nen</a> zustande kommen? </li>
</ol>
<blockquote><p>Weder die NRW-Gr&uuml;nen noch die Kaarster Gr&uuml;nen denken oder handeln rassistisch oder sexistisch, sondern im Gegenteil: Die Gleichberechtigung von Frauen und M&auml;nnern, die Gleichstellung und Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft geh&ouml;ren zum Grundkonsens und allt&auml;glichen Handeln unserer Partei. </p>
<p><cite>Mitteilung der <a href="http://www.gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html">Gr&uuml;nen in Kaarst</a> vom 10.08.09: <br /> &#8220;Gr&uuml;nes Plakat sorgt f&uuml;r Aufregung&#8221;<br />
 </cite></p>
</blockquote>
<p>Sind Migranten zu empfindlich? Vielleicht. Sind Deutsche rassistisch? Nicht viel mehr oder weniger als Nicht-Deutsche auch. Bitter st&ouml;&szlig;t in diesem Fall nur auf, dass die Kaarster Gr&uuml;nen offenbar gar nicht sehen, wo das Problem ist. Denn wenn selbst diejenigen, f&uuml;r die &#8220;die Gleichberechtigung von Frauen und M&auml;nnern, die Gleichstellung und Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft [...] zum Grundkonsens und allt&auml;glichen Handeln&#8221; geh&ouml;ren, nicht erkennen, ob und wann ihr Handeln rassistisch und sexistisch wirkt, was sollen wir dann von anderen erwarten, f&uuml;r die all das nicht zum Grundkonsens geh&ouml;rt? </p>
<p><strong>Fazit:</strong> Nicht das Plakat ist das eigentliche Problem, sondern, dass offenbar (denn so wirkt die Aussage der Gr&uuml;nen auf mich) aus dem Feedback nichts gelernt wurde. Kann jemand eine rassistische Handlung begehen, obwohl er kein Rassist ist? Ja, nat&uuml;rlich kann man &#8211; unbewusst oder bewusst &#8211; eine rassistische Handlung begehen kann, auch wenn man eigentlich kein Rassist ist. </p>
<p>Ich pers&ouml;nlich lerne wieder mal daraus, dass Deutsche und Migranten mehr miteinander reden und einander zuh&ouml;ren m&uuml;ssen, um besser zu verstehen, was und wie der andere denkt, f&uuml;hlt und lebt. Wir d&uuml;rfen unser Tun nicht wie selbstverst&auml;ndlich f&uuml;r fehlerfrei halten, nur weil wir es nicht b&ouml;se gemeint haben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.durumi.de/2009/08/17/rassistisch-handeln-und-doch-kein-rassist-sein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nordkorea &#246;ffnet seine Grenzen?</title>
		<link>http://www.durumi.de/2009/08/16/nordkorea-ffnet-seine-grenzen/</link>
		<comments>http://www.durumi.de/2009/08/16/nordkorea-ffnet-seine-grenzen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 21:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Sanghoon (durumi.de)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Korea]]></category>
		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.durumi.de/?p=21</guid>
		<description><![CDATA[Das heute-journal meldete am Ende seiner Sendung, dass Nordkorea seine Grenzen &#246;ffnen w&#252;rde. Die Nachricht hatte selbst beim Moderator noch f&#252;r Fragezeichen gesorgt, so frisch war die Meldung, dass noch keine Expertenmeinung mitgeliefert wurde. Liest man die Schlagzeile bei Reuters, relativiert sich die Aussage recht schnell. &#8220;Reopen&#8221; bedeutet meiner Ansicht nach nichts weiter, als dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das heute-journal meldete am Ende seiner Sendung, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea">Nordkorea</a> seine Grenzen &ouml;ffnen w&uuml;rde. Die Nachricht hatte selbst beim Moderator noch f&uuml;r Fragezeichen gesorgt, so frisch war die Meldung, dass noch keine Expertenmeinung mitgeliefert wurde. Liest man die <a href="http://networks.org/?src=reuters:idUSSEO26716720090816">Schlagzeile bei Reuters</a>, relativiert sich die Aussage recht schnell. &#8220;Reopen&#8221; bedeutet meiner Ansicht nach nichts weiter, als dass der alte Status Quo wiederhergestellt wird.</p>
<p>Bevor der im letzten Jahr neu gew&auml;hlte rechtskonservative <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdkorea">s&uuml;dkorea</a>nische Pr&auml;sident <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lee_Myung-bak">Lee Myung-Bak</a> wieder einen h&auml;rteren Kurs gegen Nordkorea einschlug, konnten s&uuml;dkoreanische B&uuml;rger Nordkorea besuchen. Dabei handelte es sich lediglich um organisierte und festgelegte Touren, aber immerhin. Ein Erfolg des lieberalen Pr&auml;sidenten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roh_Moo-hyun">Roh Moo-hyun</a>, der im Mai diesen Jahres Selbstmord beging. Freie Besuche ohne Genehmigung der s&uuml;dkoreanischen Beh&ouml;rden nach Nordkorea waren aber f&uuml;r s&uuml;dkoreanische B&uuml;rger meines Wissens nie erlaubt und wurden und werden nach wie vor streng geahndet. Die &Ouml;ffnung der Grenze galt nur einseitig f&uuml;r S&uuml;dkoreaner und nicht auch f&uuml;r Nordkoreaner.</p>
<p>Die Versch&auml;rfung des Tons auf offizieller s&uuml;dkoreanischer Seite sowie die Entt&auml;uschung &uuml;ber die bisherige Politk Obamas, der sich bis dato zu Nordkorea kaum ge&auml;u&szlig;ert hatte, haben wiederum zum verst&auml;rkten S&auml;belrasseln auf nordkoreanischer Seite gef&uuml;hrt, das schlie&szlig;lich im <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,626608,00.html">Atomwaffentest im Mai 2009</a> seinen traurigen H&ouml;hepunkt fand.</p>
<p>Der <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/pjoengjang120.html">Besuch Bill Clintons, der zur Freilassung von zwei US-amerikanischen Journalistinnen gef&uuml;hrt hatte</a>, hat mit Sicherheit einiges kompensiert, was Nordkorea bis dahin an Aufmerksamkeit oder Achtung vermisst hatte. Die Wieder&ouml;ffnung seiner Grenzen werte ich als nordkoreanischen Versuch, den Dialog mit den USA wieder aufzunehmen. </p>
<p>P.S. W&auml;hrend des Schreibens trudeln so langsam die ersten Artikel zur Nachricht ein: <br />
AFP: <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gq2uFBMfhp2VWnbUdYevcerqhr3Q">NKorea agrees to resume inter-Korean tours, family reunions</a> <br />
REUTERS: <a href="http://www.reuters.com/article/newsOne/idUSSEO26716720090816">North Korea to reopen border with South: KCNA</a> <br />
REUTERS: <a href="http://www.reuters.com/article/latestCrisis/idUSSEO309081">North Korea border agreement with South</a>, 16.08.2009 <br />
REUTERS: <a href="http://www.reuters.com/article/newsMaps/idUSTRE57G0F320090817?sp=true">Q+A: What is behind North Korea&#8217;s conciliatory moves?</a> 17.08.2009 <br />
BBC: <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/8204516.stm">N Korea eases South tourism rules</a>, 17.08.2009  </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.durumi.de/2009/08/16/nordkorea-ffnet-seine-grenzen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum Durumi?</title>
		<link>http://www.durumi.de/2009/06/14/warum-durumi/</link>
		<comments>http://www.durumi.de/2009/06/14/warum-durumi/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 18:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Sanghoon (durumi.de)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Durumi]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Migranten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.durumi.de/?p=1</guid>
		<description><![CDATA[durumi.de - Ein Teil der Lösung und nicht des Problems]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor f&uuml;nf Jahren habe ich noch gedacht, Integration ist ein Problem, das die t&uuml;rkischst&auml;mmigen Migranten betrifft &#8211; MICH nicht! In den letzten Jahren hat sich aber die Berichterstattung und die &ouml;ffentliche Diskussion in meinen Augen dramatisch verschlechtert.<br />
Es werden keine Sachargumente ausgetauscht, sondern in h&ouml;chstem Ma&szlig;e emotional und destruktiv <s>diskutiert</s> gestritten.<br />
Dazu kommt, dass die &ouml;ffentliche Wahrnehmung von t&uuml;rkischst&auml;mmigen Migranten gepr&auml;gt und auf diese fokussiert ist.<br />
<span id="more-1"></span><br />
Ich bin selbst ein Migrant. Meine Eltern kommen aus Korea. Ich bin hier geboren. Ich bin hier integriert. Eigentlich. Denn obwohl ich in meinem pers&ouml;nlichen Umfeld kaum mit Diskriminierung und Abgrenzung zu tun habe (zumindest empfinde ich es so), entwerfen Medien (Zeitungen, TV-Sender) ein ganz anderes Szenario.</p>
<p>Meine Erfahrungen sind also ganz anders als die der (meisten) t&uuml;rkischst&auml;mmigen Migranten, meine Wahrnehmung des Problems entsprechend. Und ich habe die Wahl: Sehe ich dem Treiben zu oder erhebe ich meine Stimme und versuche, ein Teil der L&ouml;sung und nicht des Problems zu sein?</p>
<p><strong>durumi.de</strong> ist meine Antwort auf die Fragen zum Thema Integration in Deutschland. &#8220;Durumi&#8221; ist das koreanische Wort f&uuml;r Kranich. Kraniche sind Wanderv&ouml;gel, die zwischen den &#8220;Welten&#8221; pendeln. Ich f&uuml;hle mich in beiden Kulturen fremd und zuhause.</p>
<p>Durumi wird dar&uuml;ber hinaus als Kategorie genutzt f&uuml;r alle Artikel, die sich mit dem interkulturellen R&uuml;stzeug besch&auml;ftigen, die man als &#8220;Wandervogel&#8221; braucht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.durumi.de/2009/06/14/warum-durumi/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

