Liebe Presse, könnt ihr auch mal ideologiefrei über Nordkorea schreiben?

Vor ein paar Wochen hatte ich einen kurzen, aber heftigen Hautausschlag. Teilweise sah meine Haut so aus, als hätte ich voll in Brennnesseln gegriffen. Der Grund für meinen Hautausschlag war aber eine allergische Reaktion auf etwas in meinem Essen. Möglicherweise sind auch mehrere Faktoren auf einmal zusammengekommen, die nur durch diese Kombination diese Reaktion ausgelöst haben. Hätte ich nicht gewusst, dass ein derartiger Hautausschlag auch als allergische Reaktion auf Lebensmittel entstehen könnte, ich hätte gedacht, ich leide an Alzheimer, konnte ich mich doch nicht daran erinnern, in Brennnesseln gegriffen zu haben.

Ein Symptom wie Hautausschlag kann also verschiedene Ursachen haben. Ein oberflächlicher Blick auf den Hautausschlag allein hätte keine befriedigende Antwort geliefert.

Ähnlich sieht es mit Nordkorea aus. Oberflächlich betrachtet macht sich da gerade der Führer eines kommunistischen Landes zum Affen. Weil viele nicht verstehen, was Kim Jong Un da gerade macht und was er will, hilft mensch sich mit der einfachsten Erklärung: Der Mann ist verrückt.

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Säbelrasseln in Korea – und danach?

Das Nordkorea-Info-Blog erklärt, warum das Vorgehen der USA und Südkoreas im Moment richtig sei. Dabei wird das Säbelrasseln auf beiden Seiten der innerkoreanischen Grenze als eine Art der Kommunikation verstanden, in der die USA und Südkorea entsprechend antworten müssten.

Einzig ein Satz, den ich so nicht stehen lassen kann, der mich nachhaltig stört:

“Das heißt nicht, dass das für alle Zeit so bleiben muss, aber Nordkorea scheint ein hartnäckiger Fall zu sein, der unter Zwang sozialisiert werden muss.”

Mal abgesehen davon, wie Nordkorea ohne einen (verlorenen) Krieg zwangssozialisiert werden soll, ist es anmaßend, einem anderen Volk aufzwingen zu wollen, was richtig ist und was falsch.

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Hundepenisse

Cartoon

Cartoon: Hundepenisse

Die reale Geschichte hinter dem Cartoon:

In meinem Studentenwohnheim fiel ich mit meinem Reiskocher und meinen koreanischen Gerichten auf. Da ich eigentlich fast alles mit Reis esse, hatte sich bei einigen meiner Mitbewohner wohl die Vorstellung durchgesetzt, ich würde nur Koreanisches kochen.
So kam es, dass ich einmal Lust auf diese kleinen Nürnberger Würstchen hatte. Offenbar sind die im Norden wohl nicht ganz so bekannt. Als die Würstchen schön in der Pfanne brutzelten, kam ein Mitbewohner in die Gemeinschaftsküche und fragte neugierig, was ich denn leckeres kochen würde.
Ich war ein bisschen angenervt, weil dies doch eigentlich ganz offensichtlich war, und antwortete ganz trocken: “Hundepenisse!”
Mein Mitbewohner bekam große Augen und war ehrlich geschockt.
Ich war hingerissen zwischen Amüsement und Fassungslosigkeit,
a) dass mein Mitbewohner mir tatsächlich zutrauen würde, Hundepenisse zu braten, und
b) wie mensch auf die Idee kommen konnte, dass in Deutschland Hundepenisse verkauft werden.

Natürlich habe ich meinen Mitbewohner sofort aufgeklärt.

Fazit: Je weniger wir eine andere Kultur kennen, desto eher sind wir offenbar bereit, auch die absurdesten Vorstellungen zu glauben.

Immerhin hatte mich das Erlebnis damals zu diesem Cartoon inspiriert.

Mit Plakaten gegen Diskriminierung?

Vor zwei Wochen hat der Verein “Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.” in Berlin eine neue Plakatkampagne gestartet. Auf diesen Plakaten zeigen Prominente ihr Gesicht gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Auch wenn die Kampagne anlässlich des internationalen UN-Tags gegen Rassismus zu sehen ist, richtet sich die Kampagne nicht nur gegen Rassismus, sondern allgemein gegen Diskriminierung.

Die Reaktionen auf Facebook auf diese Kampagne sind durchaus unterschiedlich. Viele finden die Kampagne gut. Genauso viele fühlen sich bevormundet oder machen sich über die gezeigten Gesichter lustig.

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