1989: Was Berlin und Seoul unterscheidet

Zur Zeit ist der Bürgermeister von Seoul (gesprochen: Seo wie in Softdrink und Ul wie in Ulrich), der Hauptstadt Südkoreas, in Berlin. Anlass für den Berliner Tagesspiegel zu berichten, was Berlin und Seoul gemeinsam haben und dabei auch an die Vergangenheit zu erinnern.

Mich erinnert das daran, was Berlin und Seoul 1989 unterschieden hätte:
Berlin hatte die Menschen der DDR mit offenen Armen empfangen.
Seoul hätte die Menschen aus Nordkorea wohl eher zurückgedrängt oder verhaftet.

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Migrantenkinder?

Ich habe einen deutschen Freund ohne sogenanntem Migrationshintergrund, dessen Eltern ebenfalls keinen Migrationshintergrund besitzen und deren Eltern nicht, etc. Sie sind also das, was andere als „Ur“-Deutsch oder „Bio“-Deutsch bezeichnen (beides Begriffe, die ich nur ungern benutze).
Er ist nun mit einer Frau verheiratet, die zwar hier in Deutschland geboren ist, deren Eltern aber in den 1960er Jahren aus Korea nach Deutschland kamen.

Mit ihm unterhielt ich mich mal über Integration und über die Definition von Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei fiel er aus allen Wolken, als ich ihm vorlas, wie das statistische Bundesamt Personen mit Migrationshintergrund definiert:

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Karfreitag: Meine Anmerkungen zum “Tanzverbot”

In zwei Tagen ist wieder Karfreitag. Der Tag, an dem an die Kreuzung und den Tod von Jesus erinnert wird. Dieser Tag ist für Christen ein ganz besonderer Tag.

Wie der Blog Theopop anmerkt, kommt es gerade an diesem Tag immer wieder zu Debatten über sogenannte „stille Feiertage“, an denen in einigen Bundesländern besondere Einschränkungen gelten, z. B. das sogenannte Tanzverbot am Karfreitag.

Die Ausführungen dazu sind durchaus interessant. Mit dem Fazit aber habe ich ein Problem:

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Mehr als nur Humankapital

Einer meiner Ökonomie-Professoren hatte mal in einer Vorlesung erzählt, dass er praktisch so gut wie nie in der freien Wirtschaft gearbeitet hätte. Da sei er ganz stolz darauf, hätte er sich doch so einen reinen Blick auf die Theorie bewahrt.

Beim Lesen eines Blog-Artikels über die AfD kam mir dann der Gedanke, dass so ein rein theoretischer Blick auf die Wirtschaft vielleicht doch nicht so sinnvoll sei. Denn, seien wir Ökonomen mal ehrlich, Menschen sind in der Wirtschaftstheorie reine Zahlen mit verschiedenen Parametern. Eines der wichtigsten Parameter ist der Nutzen, den jede Einheit erzeugt. Wenn 100.000 Personen arbeitslos werden, aber 120.000 eine neue Beschäftigung finden, dann jubeln Volkswirte (und Politiker), weil unter dem Strich eine positive Zahl steht: 20.000 mehr Menschen sind beschäftigt und weniger arbeitslos und leisten ihren Beitrag für die Gesamtwirtschaft. Für die 100.000, die neu arbeitslos geworden sind, ist das aber kein Trost, für diese ist möglicherweise gerade eine Welt zusammengebrochen. Der dabei entstandene Schmerz und die Zukunftsängste sind zwar menschlich, haben aber für die Erfassung des Humankapitals keinerlei Relevanz und werden daher in der Ökonomie nicht erfasst. Allein das Wort “Humankapital” entmenschlicht uns zu einem Wirtschaftsfaktor, der entweder nützlich oder nutzlos ist.

Wenn ich höre, wie viele Volkswirtschaftsprofessoren bei der AfD mitwirken, dann wundern mich die Aussagen von Politikern der AfD nicht, wie sie laut verlinktem Artikel geäußert worden sein sollen.

Was nicht messbar ist und nur gefühlt werden kann, ist die Würde des Menschen, als Mensch an sich einen Wert zu besitzen. So etwas wie Würde kennt die Ökonomie aber nicht, denn Würde lässt sich nicht monetär bewerten noch hat sie einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen. Rein theoretisch ist nur interessant, ob ein Mensch einen effektiven und effizienten Beitrag zum Sozialprodukt leisten kann. Insofern ist ein würdevoller Umgang mit Menschen völlig irrelevant.

„Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen“

soll Max Frisch einst über die “Gastarbeiter” gesagt haben. Wir sind nicht nur Arbeitskräfte oder funktionale Einheiten, sondern in erster Linie Menschen mit Sehnsüchten, Erwartungen, Hoffnungen, aber auch Ängsten.

Doch so, wie schon früher “Gastarbeiter” beurteilt wurden, werden offenbar nun auch alle anderen Menschen in diesem Lande auf ihren Nutzen hin gemessen. Wenn es nach dem Willen bestimmter Politiker bestimmter Parteien geht.

Das Leben lässt sich nicht auf eine theoretische Rechnung reduzieren, sondern muss praktisch erfahren werden. Ich hoffe sehr, dass nach der Bundestagswahl 2013 das Wahlvolk klar gemacht hat, dass es mehr ist als nur nützliches Humankapital.

Die Mär von den tollen deutschen Sozialleistungen

Immer wieder stoße ich auf die Mär von den deutschen Sozialleistungen, die Menschen aus anderen Ländern so attraktiv fänden, dass sie genau deswegen nach Deutschland kämen.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit Koreanern kann ich folgendes dazu sagen:

Keine Sau in Korea hat auch nur einen Funken Ahnung, wie das deutsche Sozialsystem funktioniert. Die Attraktivität von Deutschland oder seinen Reichtum lesen die Koreaner an etwas anderem ab.

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