Klassische Konditionierung

Gerade lese ich einen Artikel in der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft:

«Das Gehirn orientiere sich bei Entscheidungen an vergangenen Erfahrungen, erläutern die Wissenschaftler. FeldmanHall vergleicht die Lernprozesse mit denen des pawlowschen Hundes, der beim Ertönen einer Glocke immer wieder Futter bekommt, bis ihm schließlich schon beim Glockenton allein das Wasser im Mund zusammenläuft. Demnach würden Menschen ihr Vertrauen zu fremden Menschen zumindest teilweise auf das simpelste Lernprinzip gründen: die klassische Konditionierung.»

Quelle: Sozialverhalten: Wann wir Fremden vertrauen, Spektrum der Wissenschaft, 29.01.2018, abgerufen am 30.01.2018

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#representationmatters


Meine Wahlbenachrichtigung ist vor ein paar Tagen gekommen. Ich habe zunächst an eine Briefwahl gedacht. Dann sagte mein Vater, wann immer es möglich sei, er würde zum Wahllokal gehen. Weiße Deutsche sollten sehen, dass es auch andere Deutsche gibt. Deutsche wie uns. Und dass wir uns auch um dieses Land kümmern.
Er hat recht.

Geht ins Wahllokal. 

Geht wählen.

Bleibt nicht zuhause!
#gesichtzeigen

#representationmatters

Assimilation? Da waren wir schon mal, ihr habt es nur nicht bemerkt

Ruud Koopmans ist ein niederländischer Soziologe, dem offenbar erst seit einiger Zeit klar geworden ist, dass Multikulti falsch und stattdessen Assimilation der richtige Weg für die Integration der vielen Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund sei.

Die NZZ schreibt dazu heute in einem Artikel:

«Heute ist für Koopmans klar: Integration funktioniert über Assimilation, nicht über Multikulturalismus. Denn wer die Sprache der Mehrheit spricht, wer die Gepflogenheiten bei der Stellensuche kennt, hat weit bessere Chancen auf eine geregelte Arbeit, und das wiederum öffnet neue Türen in die Mehrheitsgesellschaft. «Assimilation muss und wird auch nie komplett und einseitig sein», so Koopmans, aber ohne Anpassung geht es nicht.»

(Martin Beglinger: Einwanderung: Multikulti führt zu Abkapselung; 27.06.2017, Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 27.06.2017)

Diese Erkenntnis von Koopmans löst bei mir nur Kopfschütteln aus.

Warum?

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Woher kommst du wirklich her?

Cartoon: Aber ich sehe doch...

Aber ich sehe doch…

In den letzten Wochen sind auf ZEIT Online wieder einige Artikel erschienen, die sich mit der Frage „Woher kommst du?“ beschäftigen. Diese Artikel nerven mich mittlerweile, weil sie einen in meinen Augen wichtigen Aspekt völlig außen vor lassen, der aber wichtig ist, um zu verstehen, wann und warum diese Frage rassistisch ist: Sie gehen nicht konsequent darauf ein, WARUM Biodeutsche uns diese Frage stellen.

Der folgende, seeeeeeeeehr lange Text, ist übrigens geschrieben aus der Perspektive eines in Deutschland geborenen Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund, der sich in Sachen Sprache, Werte und Kultur nicht hinter irgendwelchen Biodeutschen verstecken muss und der sogar seinen Wehrdienst für sein deutsches Vaterland geleistet hat.

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Wie Menschen auf eine andere Kultur vorbereitet werden

[Hinweis: einfachheitshalber benutze ich für diesen Artikel das generische Femininum, d.h. es sind stets sowohl Männer als auch Frauen und alle anderen, noch nicht benannten Geschlechter mitgemeint]

Wenn Unternehmen ihre Managerinnen in ein anderes Land schicken, um im Ausland Geschäfte zu tätigen, werden diese in der Regel gut darauf vorbereitet. Schließlich sollen sie dort mit den vor Ort lebenden Menschen kommunizieren und verhandeln und gute Geschäfte abschließen.

Die Beherrschung der Landessprache wäre dabei natürlich von Vorteil. Wenn das Gastland allerdings so „exotisch“ ist wie Korea, könnte es möglicherweise zu lange dauern, bis Managerinnen ein verhandlungssicheres Koreanisch sprechen. Mal davon abgesehen, dass neben dem gesprochenen Wort noch zahlreiche andere Aspekte die zwischenmenschliche Kommunikation prägen. Wer z.B. perfekt Koreanisch spricht, aber eine erhaltene Visitenkarte einfach schnell einsteckt, ohne sie vorher sichtbar und gründlich zu studieren, hat seine Erfolgschancen bereits dramatisch reduziert.

Damit es nicht zu solchen „Missverständnissen“ kommt, erhalten Managerinnen vor ihrem Auslandseinsatz häufig ein interkulturelles Training. Diese Trainings setzen ihren Schwerpunkt dabei eher auf das kulturelle Verständnis und Verhalten als auf die Sprache. Sicherlich, die wichtigsten Phrasen wie „Guten Tag“ oder „Danke schön“ sollte mensch kennen. Im Zweifel wissen die Gesprächspartnerinnen aber, dass sie es nicht mit einer Muttersprachlerin zu tun haben. Die Verständigung auf Englisch ist daher auf internationaler Ebene für den Anfang mehr als ausreichend. Wichtiger ist erst einmal das, was nicht durch Sprache ausgedrückt wird.

Wie ist nun so ein interkulturelles Training aufgebaut?

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